neurodivergent arbeiten - als Solopreneurin

Wie Du mit Hochsensibilität, Hochbegabung und im Autismus-Spektrum Dein Leben meisterst | Interview mit Sara Menzel-Berger

Von der Kinderpädagogin zum 6-stelligen Business mit einem „How-To“ Blog

In diesem Interview spreche ich mit Sara Menzel-Berger.

Wir spreche über ihre Erfahrungen unerkannt und erkannt mit Hochsensibilität, Hochbegabung, Scanner-Tum und Asperger-Autismus durchs Leben zu gehen.

Hast Du selbst geschafft

Erhalte aus anderen neurodivergenten Leben Eindrücke, die Dir weiterhelfen, mit Deiner Superpower in Deinem Leben nicht nur gut umzugehen, sondern mit ihr gezielt Dein Leben zu gestalten.

Schaut gerne bei Sara Menzel-Berger vorbei:

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und Sara's herzliches Lachen erleben.

Podcast Verständnis (in) Toleranz

Das komplette Interview auf Youtube schauen:

Hier zum Transkript (lesefreundlich überarbeitet)

Heute habe ich Sara Menzel-Berger bei mir zu Gast. Sie kümmert sich um die Technik auf WordPress-Seiten: für andere oder mit ihnen.

 

Erfahre

  • wie sie auf ihre Superpower aufmerksam wurde 
  • wie ihr Kopf neurodivergent arbeitet
  • wie sie soziale Kontakte meistert

 

Außerdem:

  • Wie sie von der Kinderpädagogin zur WordPress-Expertin wurde.

Liebe Sara, schön, dass Du da bist. Erzähl uns von Dir.

1. Wie ist Sara auf Hochsensibilität, Hochbegabungen, als auch Asperger aufmerksam geworden?

Sara Menzel-Berger:

Ja, danke, liebe Heike, für die Einladung. Ich freue mich sehr, da zu sein. 

Wo sehe ich mich? 

Es war ganz spannend, weil ich einfach schon immer als Kind und Jugendliche gemerkt habe, dass ich irgendwie nicht dazugehöre oder ganz anders ticke einfach. 

Und so richtig bewusst ist mir das Thema erst 2017 geworden. Da bin ich in ein Online-Programm gekommen. Und da war jemand dabei, die mit Familien arbeitet, wo eben autistische und hochbegabte Kinder sind. Also, sie hilft diesen Familien. 

Und ich war damals an der Uni und habe mich absolut gequält mit Lernen. Und es war dann so ein Nebensatz von ihr, wo sie gemeint hat: „Ja, ja, das ist ganz normal bei Hochbegabung.” 

Und ich habe mir gedacht: „Moment. Irgendwie … okay …. Aha … , ich habe jetzt gerade ein Label gekriegt. Und dann habe ich angefangen, mich einfach mit diesem Thema auseinanderzusetzen und bin dann draufgekommen, dass ich einfach so Fähigkeiten habe, die für mich ganz normal sind, die andere Menschen aber eben nicht haben.” 

Ich bin dann eben, ich sage mal, tief ins Thema eingetaucht, einfach durch Recherchen. 

Bin dann auch sehr schnell auf Hochsensibilität beziehungsweise Scannertum gestoßen, weil ich auch immer das Problem hatte, ich Ich habe mich eine Zeit lang voll für ein Thema interessiert, habe dort alles gelernt, was irgendwie in der Gegend war und dann zack war das Interesse vorbei und dann ist das nächste gekommen.

Und das haben Menschen immer irgendwie komisch auch wahrgenommen, weil sie immer gesagt haben, 

  • ‘Du bleibst nicht dran und 
  • irgendwie, Du hast immer ein neues Thema und 
  • was ist mit dir quasi verkehrt, unter Anführungszeichen, dass Du so viele Interessen hast und 
  • dass das immer wieder sich tauscht und so.` 

Das heißt, ich habe mich dann ganz viel eben mit diesem Hochbegabungs- beziehungsweise auch mit dem Scanner-Begriff auseinandergesetzt. 

Was mir dann sehr geholfen hat, einfach so ein bisschen Frieden mit mir selber zu schließen, sage ich jetzt mal. 

Weil ich habe immer sehr gekämpft gegen diese Sachen, weil ich natürlich, gerade als Jugendliche und Kind, will man einfach dazugehören und will sozusagen so ein bisschen zu sein wie die anderen. Und das hat bei mir halt einfach nie funktioniert. 

Und das war natürlich spannend, dann so im Online-Bereich auch Menschen kennenzulernen, die so ähnlich ticken wie ich. 

Also ich habe dann erfahren, dass ich auch dazugehören kann mit meinen Fähigkeiten, beziehungsweise mit dem, wie ich bin.

Heike Fischer:

Ja, das ist das Schöne, wenn man sich dann selber entdeckt hat und dann kann man auch die anderen erkennen.

Sara Menzel-Berger:

Ja, absolut.

2. Schule & Uni - Was hat Sara beim Lernen gequält?

Sara Menzel-Berger:

Also bei mir in der Schule war es so, da war einfach der Lernstoff so überblickbar und ich habe einfach in den Schulstunden drinnen sitzen können und zack, das war einfach alles in meinem Kopf. 

Bei der Uni war es dann so, dass das einfach eine Menge war. 

Zum einen ist nicht alles unterrichtet worden, sondern man hat viel einfach im Selbststudium dann nachholen müssen. Oder, was heißt nachholen -  hat sich einfach viel damit beschäftigen müssen. Und ich habe das nie gelernt, zu lernen, wie man das so schön sagt. Sondern ich habe immer interessensbasiert gelernt. Das heißt, wenn mich was nicht interessiert hat, dann habe ich es einfach weggelassen. 

Das hat in der Schule noch relativ gut funktioniert, weil ich im Unterricht präsent war und dann trotzdem die Noten abgeliefert habe, die von mir erwartet wurden. 

Auf der Uni ist das aber einfach von der Menge her nicht mehr gegangen und ich bin dann davor gesessen und habe einfach nicht gewusst, wie ich das Zeug, das ich für die Prüfung brauche, in meinen Kopf reinbekommen. Ich habe gewusst, das ist ein Zettel, aber ich habe nicht gewusst, wie stelle ich das jetzt an, dass das in meinem Kopf sich festhält, die Information.

Heike Fischer:

Es gibt auch hochbegabte Menschen, die tun sich mit dem Lernen auch schon in der Schule schwer, weil sie irgendwann abschweifen und in so einem Tagträumen drin sind und das draußen interessanter finden, was man aus dem Fenster heraus sieht, als das, was im Schulunterricht im Stoff vermittelt wird. 

Da kommt es ja auch ganz stark auf die Didaktik drauf an. Und wem die Gabe wirklich gelegen ist, präsent im Unterricht zu sein, dem fliegt schon viel zu.

Sara Menzel-Berger:

Ja, das war bei mir eine Kombination, muss ich auch sagen, weil ich habe das mit dem Tagträumen schon auch gehabt. 

Aber das hat immer sehr schnell Konsequenzen gehabt, weil dann immer wer nachgefragt hat: ‘Ja, und Sara, was sagst Du dazu?’ 

Und das war dann furchtbar peinlich, wenn ich natürlich keine Antwort gehabt habe. Und deshalb war das bei mir schon ein bisschen eine Druckgeschichte auch, dass ich im Unterricht voll präsent war im Endeffekt, weil da dann immer wieder - kontrolliert - würde ich jetzt nicht sagen, aber zumindest dann immer ein Teil von mir Aufmerksamkeit wollte oder eben nach der Meinung gefragt wurde. 

Deswegen habe ich mir das sehr schnell angewöhnt, einfach im Unterricht nicht abzuschweifen. Sagen wir es mal so.

Heike Fischer:

Beliebte Lehrermethode: Die Aufmerksamkeit zurückbringen.

3. Welche Fähigkeiten für Sara Menzel-Berger normal sind:

Sara Menzel-Berger:

Eben zum einen ist es so, dass wenn ich Sachen lese, die mich interessieren, die setzen sich einfach sofort in meinem Kopf fest. 

Ich muss da ganz wenig wiederholen, sondern das passiert quasi automatisch. 

Wenn für mich was spannend ist, dann werden da auch gleich Verknüpfungen hergestellt.

Und was mir besonders aufgefallen ist, ist, dass ich mich in Systemen sehr schnell zurechtfinde. 

Also was bedeutet das? 

Du kannst mir quasi ein technisches Programm vor die Füße legen und ich werde mich das super schnell einarbeiten. 

Das heißt, 

ich kann nicht nur mich zurechtfinden in diesem Programm, sondern ich erkenne Muster: ich kann sagen, okay, das ist das eine Muster, das ist das zweite Muster, das ist das dritte Muster. 

Und das kann ich nicht nur in technischen Systemen, sondern ich kann das auch im Verhalten von Menschen. Und das ist so ein bisschen Thema, das nicht jedem taugt.

Heike Fischer:

Ja, da fühlen sich manche schnell durchschaut.

Wirst Du in einer dieser 15 Stärken fehlinterpretiert und kannst deshalb nicht mit Deinem vollen Potenzial funkeln?

4. "Ich war immer sehr schüchtern" - was Sara lernen musste:

Sara Menzel-Berger:

Exakt, ganz genau. Und das ist halt natürlich, wenn Du das als Kind und Jugendliche natürlich so aus dem Stehgreif anwendest und intuitiv machst und dann jemandem aufmerksam machst drauf: „Du, Du machst es zum dritten Mal, warum tust Du das? Ja, dann fühlen sich die Leute ertappt und das ist jetzt meines Erachtens, gerade nicht die feine Art und Weise. Also da habe ich einfach viel lernen müssen, was Soziales anbelangt. 

Ich war immer sehr schüchtern an vielen Stellen und ich habe vor allem Sozialkontakte überhaupt nicht einordnen können.

Man muss mir nach wie vor gewisse sozialen Regeln einfach erklären für verschiedene Kontexte. 

Und wenn ich es dann verstanden habe im Kopf, dann kann ich auch nach diesen Kontexten sozusagen handeln. 

Aber da brauche ich immer jemanden, der sozusagen sagt: „Okay, das sind die Spielregeln. So funktioniert das. Das und das ist sozusagen angebracht. 

Und das ist ein Verhalten, das wollen wir hier nicht.

Heike Fischer:

Ja, das finde ich auch immer wieder spannend, wie manche Menschen diese Spielregeln einfach wissen, wo ich mich auch oft gefragt habe: „Woher wissen die das?

„Hat ihr das jemand erklärt?”

oder

„Wo haben die das gelernt?"

oder

„Wissen die das aus sich heraus?"

Keine Ahnung.

Sara Menzel-Berger:

Genau. Ja, das ist spannend, weil eben mein Mann zum Beispiel, der kommt einfach in den Kontext und weiß ganz genau, was darf er tun, was darf er nicht tun. 

Und ich denke mir so jedes Mal: „Wie macht er das?"

5. Wie Sara’s Kopf bei sozialen Kontakten arbeitet:

Sara Menzel-Berger:

Bei mir ist es so, okay, mein Kopf rechnet da mal durch und schaut:

  • okay, welches System kann er erkennen? 
  • Und welche Regeln kann er erkennen 
  • welche Muster laufen ab?

Also das ist das, was irgendwie bei mir so im Kopf passiert.

  • Ich versuche, Vergleiche zu machen, mehr oder weniger.

Und wenn Du natürlich dann ganz viel Personen hast im Raum, dann wird es immer komplexer und irgendwann kriegt mein Kopf einfach einen totalen Overload und ist völlig fertig.

Und deswegen steige ich aus Gruppen-Situationen im Regelfall sehr, sehr schnell aus.

Heike Fischer:

Das ist einfach überfordernd.

Sara Menzel-Berger:

Genau, richtig.

Heike Fischer:

Schnell geht das … Und dann heißt es immer, man ist nicht belastbar, wobei man unsichtbar für die anderen viel, viel mehr schon in seinem Kopf durchgespielt hat.

Sara Menzel-Berger:

Exakt. Du hast eine Rechenleistung, die einfach Irre ist, im Endeffekt.

Heike Fischer:

Genau. Es ist bloß leider für die anderen unsichtbar.

Also mit den sozialen Kontakten bin ich auch mal froh, wenn ich dann jemanden fragen kann. Mittlerweile frage ich auch meinen Mann, der kriegt das besser hin. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich eher introvertiert bin. Mein Mann ist extrovertiert. Der kommt da besser mit zurecht.

Sara Menzel-Berger:

Ja, meiner lustiger Weise auch.

Heike Fischer:

Das ist eine gute Kombination.

Sara Menzel-Berger:

Ja, das scheint gut zu funktionieren.

6. Ist das Leben ein Gesellschaftsspiel? Woher kennen die anderen die Regeln?

Wirst Du in einer dieser 15 Stärken fehlinterpretiert und kannst deshalb nicht mit Deinem vollen Potenzial funkeln?

Heike Fischer:

Ja, genau. 

Und dann hast Du diese Spielregeln. 

Das ist ja wie mit einem Gesellschaftsspiel. Da müssen sie vorher auch erst mal diese Spielregeln durchlesen: `Was müssen wir jetzt hier wie machen?`

Aber fürs Leben, ja, Trial and Error und Du wirst ins kalte Wasser geschmissen. Und wenn Du es nicht hinkriegst, dann verstehen die anderen nicht, wieso Du es nicht hinkriegst. 

Ja, also eine hohe analytische Fähigkeit ist da auch, gerade bei vielen mit Hochbegabung.

Aber es gibt auch immer Menschen mit Hochbegabung, die auch im sozialen Bereich ihre Stärken haben. Die sind dann entweder anders aufgewachsen, sind in ihrer Kindheit mit ihren Stärken möglicherweise besser angenommen worden, wurde besser drauf eingegangen.

Und gerade die, die sich eher im analytischen Bereich wohler fühlen, tun sich dann auch noch schwerer mit den sozialen Kontakten und verstehen die Welt nicht, wieso sie mit ihrer Analyse: „Wow, hast Du gut analysiert!” kein Lob und Anerkennung als Feedback bekommt, sondern die Leute einem eher aus dem Weg gehen.

Das hat ja Auswirkungen auf’s Selbstbewusstsein, auf’s Selbstwertgefühl.

Das rutscht dann eher in den Keller, als dass die Superpower das Selbstbewusstsein stärkt und diese Stärke angenommen wird. 

Also wenn ihr Kinder zu Hause habt, die auch sehr gerne andere analysieren oder auch Menschen im Berufsleben und Kollegen, dann nutzt diese Superpower. Sie machen das aus sich heraus. Sie sind angeboren wie die Augenfarbe oder wie die Haarfarbe. Das kann man einfach nicht wegerziehen. Das führt einfach zu seelischen Schäden. 

Deswegen ist es für alle das Beste, wenn wir es zum Besten für alle nutzen, diese Stärken. 

Genau, damit komme ich zur nächste Frage, die ich angekündigt habe: 

7. Warum Sara aus der Kita ausgestiegen ist:

Heike Fischer:

Was hättest Du auch damals beruflich gebraucht, vielleicht auch schon schulisch?

Der Übergang Studium und dann bist Du direkt in die Selbstständigkeit gegangen oder warst Du noch mal irgendwo in einem Angestelltenverhältnis?

Sara Menzel-Berger:

Nein, nein. Also bei mir ist es so gelaufen, dass ich mit 14 … Also bei uns muss man sich mit 14 so für höhere Schule entscheiden oder nicht, oder Lehre. 

Also da gibt es bei uns zwei Berufswege. 

Bei mir war es dann so, dass die Entscheidung für Kindergartenpädagogik gefallen ist. Das heißt, ich bin ursprünglich Pädagogin, was auch noch mal sehr spannend ist, weil ich eben diese, ich sage jetzt einmal, Differenz im Sozialbereich habe. 

Aber das heißt, ich habe dann eine fünfjährige Ausbildung gemacht, habe ganz lange Zeit mit Kindern gearbeitet, habe dann eben auch, bin wirklich direkt als Kindergartenpädagogin mit den 0 bis 3-Jährigen eingestiegen.

Was mir sehr viel Spaß gemacht hat, wo ich aber dann gemerkt habe, ich fange eben an, gegen das System auch ein bisschen zu rebellieren, weil ich merke, dass im System ganz viel Fehler drinnen sind und dass das einfach anders gehört und dass das so einfach nicht sinnvoll ist und dass man 100 Umwege geht und man kann das effizienter machen. Und das hat den Menschen natürlich auch wieder nicht gefallen, wenn Du ihnen sagst: „Leute, ihr habt so Fehler im System. Wolltet das nicht reparieren?"

Heike Fischer:

Wenn man aus der Hierarchieebene kommt, die Jüngste zu sein.

Sara Menzel-Berger:

Ja, exakt. Ganz genau. Das ist nicht so gut angekommen, sage ich jetzt einmal.

Also ich wäre super geeignet gewesen eigentlich für das Qualitätsmanagement.

Also ich war als Pädagogin gut, also überhaupt keine Frage und ich habe die ganze Zeit auch Fortbildungen gemacht und ich habe hunderte Ausbildungen, einfach weil ich meinen Kopf beschäftigt halten musste, damit mir nicht langweilig wird, weil wenn mir langweilig wird, dann ist das ein furchtbarer Zustand. 

Das heißt, ich habe natürlich ganz viel Zusatzausbildungen gehabt Und habe mich natürlich dann professionalisiert und habe dann noch mehr gesehen.

Und das war dann so eine Schleife, wo ich dann irgendwann gesagt habe: „Okay, Leute, bei aller Liebe, aber ich kann es nicht mehr. Ich wüsste jetzt nicht, wie man da gut weitermachen kann.

Bin dann eben aus dem Beruf ausgestiegen, habe dazwischen dann kurz ein Studium eingeschoben.

Also das waren nur zwei Jahre lang, weil ich dann schon nebenbei selbstständig wurde und meine Firma ist in der Zeit einfach so gewachsen, dass ich dann gesagt habe, okay, ich lasse das Studium sein und konzentriere mich dann auf meine Firma. Genau, also das war so die Kurzzusammenfassung.

8. Wie sich Sara's Selbstständigkeit ergeben hat:

Heike Fischer:

Wie bist Du dann da hingekommen? 

Du kümmerst Dich ja um WordPress Webseiten einrichten. War das Deine Affinität zu WordPress oder zu Webseiten?

Sara Menzel-Berger:

Du, es war ganz spannend. Ich hatte nämlich eben neben der Festanstellung in der Kinderkrippe, also in der Kita, habe ich mir einfach einen Blog schon aufgebaut gehabt, allerdings im Kreativbereich, weil ich damals einfach ganz viel gebastelt habe.

Und dann habe ich Bastelanleitungen gemacht. Da habe ich quasi meine ersten Erfahrungen gesammelt.

Und während ich dann studiert habe, habe ich dann überlegt: „Okay, was könnte ich machen beziehungsweise wie kann ich das Ganze monetarisieren?" Wie man so schön sagt im Online-Business.

Und das hat mit dem Kreativ-Business nicht so ganz gut hingehaut, weil ich einfach damals manche Sachen nicht am Schirm gehabt habe. Ich habe einfach manche Fähigkeiten noch nicht gehabt. Ich habe mich auch sehr davor gescheut zu verkaufen überhaupt.

Und wenn man nicht verkauft, dann schwierig an dieser Stelle.

Und es war dann sehr, sehr spannend, weil ich habe einen riesen Mitgliederbereich gehabt. 

Ich habe dann eine Webseite gehabt, die ich eben selber schon gemacht habe. Und dann sind Leute auf mich zugekommen und haben gesagt: „Boah, Du hast so eine coole Webseite. Baust Du uns auch eine?"

Da ist natürlich dann mein Imposter gleich einmal im Quadrat gesprungen, weil Du den Selbstwert angesprochen hast. Oh mein Gott, ich habe keine Ausbildung und nein und überhaupt.

Und das Spannende war aber, dass die dran geblieben sind und mir gespiegelt haben: „Wir sehen, Du hast eine coole Webseite. Wir wollen bitte einfach nur das Gleiche, was Du für dich selber machst. Du musst quasi nichts extra liefern, sondern Du musst einfach nur das machen, was Du schon kannst. 

Das war dann der Einstieg wieder in die Technik eigentlich. Ich bin grundsätzlich sehr technikaffin und habe einfach einen Papa gehabt, der schon von Anfang an einen Computer gehabt hat. Ich habe immer wieder auch mit Systemen zu tun gehabt, schon vorher.

Das war quasi einfach so ein Revival meiner Kindheit, mehr oder weniger, wo ich dann endlich im technischen Bereich sozusagen wieder gelandet bin und habe dann angefangen, die ersten Webseiten zu bauen und irgendwann sind dann die Kunden mehr geworden und dann habe ich mir gedacht: „Hey, wieso nicht?” 

Habe dann eben die Webseite aufgesetzt, habe da eben die Claudia Kauscheda auch im Rücken gehabt als Coach. Also das war ganz, ganz, ganz wertvoll, weil sie mich unter ihre Fittiche genommen hat an dieser Stelle. Und ja, Dann ist es passiert, dass ich in der Technik sozusagen als Quereinsteigerin mehr oder weniger gelandet bin, was natürlich für mich extrem gut passt, weil ich Systeme ganz, ganz, ganz schnell verstehe.

Das heißt, die haben dann verschiedenste E-Mail-Systeme, habe ich damals schon gekannt von mir einfach, habe dann auch sehr komplexe Abläufe schon gehabt.

Also ich kann ganz viel mit Abhängigkeiten zum Beispiel arbeiten. Das ist für mich total überblickbar.

Eben jetzt WordPress an sich: die Funktionalität habe ich gleich einmal drauf gehabt und habe sagen können: „Okay, diese Erweiterung brauchen wir hier, diese Erweiterung brauchen wir da. Das wird nicht so gut funktionieren. Das habe ich ausprobiert. Das lassen wir weg. Also von dem her, das hat sich eigentlich ergeben, sage ich jetzt mal.

Heike Fischer:

Ja, das sind so die Fügungen des Lebens und das ist immer dann der Grund, diese Chancen zu erkennen, dass es Chancen sind und dann zuzugreifen.

Sara Menzel-Berger:

Voll.

Heike Fischer:

Das ist dann wieder der Mut, den es braucht. Das ist der Schritt außerhalb der Komfortzone und der kommt einfach auch, Du hast ja auch gerade angesprochen, Du hast noch jemanden an Deiner Seite, die Dich da gecoacht hat und begleitet hat. Von daher, glaube ich, so den externen Rückenwind zu bekommen, so wirklich diese Chance zu nutzen. 

Das ist immer hilfreich. Voll. Da ist noch mal was, was ich mitnehme, von erfolgreichen Menschen, die haben immer jemanden auch an ihrer Seite und eine Zeit lang ist es vielleicht mal ein monatlicher Kontakt und dann vielleicht nur einmal im Jahr, aber immer jemand, den sie fragen können, wenn sie gerade irgendwo nicht weiterwissen.

Es gibt auf jeder Stufe kommen neue Herausforderungen, die es einfach zu lösen gibt.

Sara Menzel-Berger:

Ja, absolut.

Heike Fischer:

Also das ist echt spannend. Und ich sehe das auch mit WordPress. Ich bin auch bei Active Campaign. Ich verstehe es, wie es funktioniert und macht auch Spaß, selber, mich da reinzupuzzeln, aber ich merke, mit den Abhängigkeiten und Ausnahmen und Bedingungen, da steig ich dann wieder irgendwann aus.

Sara Menzel-Berger:

Ja, es ist spannend, weil ich habe Active Campaign nämlich auch als System und für mich sind zum Beispiel das, was ich am liebsten arbeite, sind zum Beispiel die Goals.

Und das ist was, was das kaum warum jemand verwendet oder das wirklich nur im Notfall unter Anführungszeichen von anderen Leuten verwendet wird, wenn sie gar nicht mehr wissen, was sie tun wollen.

Und bei mir ist es so: Ja, und dann macht man ein benutzerdefiniertes Feld und dann machen wir die Abhängigkeit hier und dann machen wir das und dann läuft das alles automatisiert durch, weil ich dann nur das eine Feld ändern muss.

Also das ist ungefähr dann meine Spielwiese, wo ich zu Höhstform aufaufe. Sehr cool. Sehr cool.

Heike Fischer:

Jetzt hast Du ganz viel erzählt, was Du machst. Jetzt ist natürlich noch die spannende Frage, die als Bonus auch noch auftaucht:

9. Kurzfristig Termin verschoben - Wie organisiert Sara ihren Arbeitsalltag?

Heike Fischer:

Weil viele fangen dann immer an, sich zu verzetteln.

Geht mir ja genauso.

Früh am Morgen, voller Energie, ganz viele Ideen:

  • Was mache ich heute?
  • Wofür fühle ich mich fit?

Und am Ende des Tages noch nicht mal eins geschafft, wenn man von einer Aufgabe zur nächsten gehüpft ist, angerissen hat, dann wieder gewechselt.

So wie so ein PC auch, der mehrere Aufgaben bearbeitet, der sie aber beendet und wir als Mensch irgendwann dann durch die Hochsensibilität erschöpft ins Bett fallen und nicht weitergekommen sind. 

Deswegen eine spannende Frage: Wie organisierst Du dich?

Sara Menzel-Berger:

Also für mich ist es ganz wichtig, dass ich einen fixen Tagesablauf habe: 

Das heißt, ich schaue mir am Vortag meinen Kalender an.

Schaue, welche Termine habe ich drinnen?

Und ich habe ganz lange Zeit gebraucht, weil es gibt ja zum Beispiel solche Kalender auf der Webseite, wo man Erstanfragen stellen kann und Termine ausgemacht werden. Und da brauche ich zum Beispiel eine relativ lange Zeitspanne.

Also ich muss mindestens 48 Stunden vorher sozusagen mich einstellen können drauf: „Okay, ich lerne einen neuen Menschen kennen."

Hat bei mir zum Beispiel ganz lang gedauert, bis ich das verstanden hatte. Habe ich dann einfach im Kalender so eingestellt. 

Oder bei mir ist es ganz, ganz, ganz wichtig, dass ich immer im gleichen Raum bin, beziehungsweise, dass ich die Räume, wo ich unterwegs bin, beim Arbeiten kenne. Das hat zum Beispiel früher, wie ich im Kindergarten tätig war und wir einen Ausflug gemacht haben, das hat mich maximal aus der Spur gebracht, wenn ich mit Kindern zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein musste und ich kannte die Strecke nicht.

Oder ich habe dann die Strecken wirklich abfahren müssen und habe schauen müssen, in welcher Art und Weise kommen wir wir dorthin?

Und das war aber immer bei mir maximales Gehirndrama, sage ich, wenn es da zum Beispiel solche Ortswechsel gegeben hat.

Und das heißt, ich schaffe mir einen Alltag, der extrem stabil ist, wo ich mich drauf einstellen kann und wo ich sozusagen auch eine Voraussicht habe. Das ist für mich ganz entscheidend.

Es ist auch interessant, weil wenn Du mich wahrscheinlich auf eine Bühne stellst, wird es ein ganz anderes Setting sein, als wenn ich ein Webinar zum Beispiel halte.

Beim Webinar bin im vertrauten Rahmen. Da weiß ich, ich kann mich vor meine Kamera stellen, wenn doch 100 Leute dabei sind, habe ich überhaupt kein Problem damit.

Mich auf eine Bühne zu zerren, wo ich sage jetzt einmal auch 100 Menschen wären. Ja, ganz eine andere Thematik, einfach weil sich der Raum bei mir ändert.

Und da habe ich ganz lange Zeit gebraucht, bis ich verstanden gehabt habe, dass dieses Setting, das ich mir selber baue und auch der Tagesablauf einen ganz großen Einfluss eben auf meine Performance auch hat. 

Also eben, wie Du sagst, diese Superpower überhaupt ausleben zu können, ist bei mir von solchen Kleinigkeiten auch abhängig.

Heike Fischer:

Wie ist es dann bei Dir mit dem Einfluss von Sonnenlicht, wenn Du Räume wechselst von? Also vielleicht auch am Vormittag ist das Licht dann anders als am Nachmittag, wenn sich da Termine spontan verschieben sollten? [ANMERKUNG: noch mal nach dem veränderten Licht zu fragen, ist mir im Interview entgangen]

Sara Menzel-Berger:

Also Termine spontan schieben ist bei mir ganz schwierig, sage ich ganz ehrlich. Also ausfallen lassen, das geht. Damit habe ich kein Problem. Aber wenn sich quasi Termine von einem auf den anderen Tag verschieben, da tue ich immer schwer damit zum Beispiel. 

Und vor allem, ich bin ein Nachtvogel eigentlich. Das heißt, so meine wirkliche Höchstform habe ich zwischen 20 und 22 Uhr. Das muss man bei mir einfach auch noch sagen.

Also da kann ich texten, da kann ich schreiben, da fließt es einfach. 

Am Vormittag zum Beispiel kann ich sehr gut analytische Sachen machen, wo ich mein Sprachzentrum nicht benutzen muss. Also wenn ich da einfach meine Automations baue oder meine Abläufe, das ist kein Problem, solange ich mit niemandem reden muss. Aber mein Sprachzentrum, das wacht erst später auf. Also so ab elf geht das wunderbar. 

Deswegen habe ich zum Beispiel vor zehn kaum Meetings. Also das mache ich in Ausnahmefällen, dass es vor zehn Meetings gibt. Das sind dann Meetings, wo ich mich vorbereite. Erstgespräche zum Beispiel würde ich diese Zeit nicht machen. Aber es gibt andere Formen, die gehen in der Früh auch gut. Aber am besten sozusagen ist meine analytische Fähigkeit in der Früh und am Abend sozusagen ist eher dann Kreativität und Sprache sozusagen bei mir am Plan.

Heike Fischer:

Ja, das hast Du wahrscheinlich herausgefunden, die Selbstbeobachtung. Ausprobieren

Sara Menzel-Berger:

Genau, richtig. Ausprobieren. Schauen, wie es tut. Ich habe einfach auch Kundentermine manchmal dann um acht Uhr gehabt und habe gemerkt: „Nein, nein, nein, machen wir nicht. Beziehungsweise musste dann einfach das früher aufstehen, damit mein Sprachzentrum, ich sage jetzt  mal, wach ist.

Heike Fischer:

Ja, genau. Und da kommt mir auch noch der Gedanke: Termine vergessen. Oder wenn die hinten runterfallen. Mir passiert das. Da merke ich immer: „Das waren jetzt zu viel. Ist jetzt gerade zu viel los Haben Sie so viele Termine, die bei mir durchrutschen? Wie ist das bei dir? Geht dir das ähnlich?

Sara Menzel-Berger:

Nein, ist bei mir sehr, sehr selten, muss ich sagen. Dass ich wirklich Termine vergesse, da muss ich sie schon vergessen, in den Kalender einzutragen. Aber ich glaube, da ist auch wieder so meine analytische Fähigkeit sozusagen da. Bei mir ist es eher so, ich schachtle viel zu viel Termine zu eng hintereinander. Und dann bin ich am Abend voll fertig und weiß nicht, wo es liegt unter Anführungszeichen. Und dann hatte ich acht Zoom-Meetings. Bis dann Leute mir gespiegelt haben, so wie: „Du schaffst acht Zoom-Meetings am Tag. Und ich so: „Ja, habe ich halt eingeteilt.” Also ich merke, dass es dann erst etwas später und mittlerweile achte ich natürlich drauf, aber das war ein großes Learning. Drei Zoom-Meetings pro Tag sozusagen sind so mein Wohlfühlenfaktor, sage ich jetzt einmal. Alles, was darüber hinausgeht bis fünf ist in Ordnung und alles über fünf, da bin ich dann am Abend wirklich einfach zum Schlafen legen.

Heike Fischer:

Merkt man wahrscheinlich noch am nächsten Tag.

Sara Menzel-Berger:

Ja, das ist irre. Das ist energiemäßig, vor allem eben, weil ihr diese sozialen Komponenten ganz viel dann mitdenken muss, ist das extrem für Rechenleistung für meinen Kopf. In welcher Situation muss ich mich jetzt wie verhalten? Vor allem auch, wenn die Arten von den Gesprächen extrem wechseln. Also wenn ich jetzt zum Beispiel nur meine Technikstunden habe, wo ich Dinge erkläre, tue ich mich sehr viel leichter, als wenn ich neue Menschen kennenlerne, auf die ich mich einstelle und die ich noch nicht kenne und die ich auch vor allem noch nicht einschätzen kann.

Heike Fischer:

Ja, das ist dann noch mal noch mehr Analyse im Hirn.

Sara Menzel-Berger:

Deswegen frage ich mich immer, wie Leute das machen, wenn sie ihren Kalender freigeben und dann sagen: „Ja, im Halbstundentakt haben wir Analysegespräche, wo ich die Menschen nicht kenne. Und ich denke mir so: „Wie geht das? Das würde ich zum Beispiel nicht auf die Kette kriegen.”

Heike Fischer:

Vielleicht auch wirklich dann radikaler, möchte ich es sagen, in Ihrem Zeitmanagement, dass Sie dann sagen: „So halbe Stunde, Termin ist um. Das habe ich auch schon erlebt, manche wirklich zur Eigendisziplin, sich selber dann zu bringen, um nicht das Gespräch … man kann es ja ewig ausdehnen, gerade nur so zwischendurch, wenn man dann in die Tiefe eintaucht. Dann hast Du ruckzuck eine Stunde rum und Du hast nicht gemerkt, wie die Zeit vergeht.

Sara Menzel-Berger:

Ja, voll. Das geht mir auch oft so, dass ich Meetings ziehe. Also ich bemühe mich, das nicht zu machen, gerade wenn es um Erklärungen geht und wir gerade mitten im technischen Aufdrösel von einem Problem sind. Da mag ich dann irgendwie auch nicht in der Mitte aufhören. Also ich lasse mir dann … mittlerweile habe ich gelernt, mir Spielräume zwischen den Meetings auch zu machen. Hatte ich früher auch nicht und das war natürlich dann umso stressiger, wenn Du dann sozusagen gleich anschließend wieder was gehabt hast.

Heike Fischer:

Das ist noch ein Punkt: Das ist das Schöne, wenn man für sich selber arbeitet, kann man sich seinen Tag so gestalten, wie man das für sich braucht.

10. Und im Angestelltenverhältnis?

Heike Fischer:

All diejenigen, die in einem Angestelltenverhältnis arbeiten und sich keinen Kalender mit eigenen Regeln eingeben können, sondern wo einfach über Microsoft Teams, Outlook, wo auch immer, die Termine reinknallen und manchmal auch recht kurzfristig oder recht kurzfristig wieder abgesagt werden, ist das echt eine Herausforderung, spontan dann darauf zu reagieren.

Wie Du gesagt hast, vielleicht ist das Absagen noch einfacher, als wenn es plötzlich von Vormittag auf Nachmittag verschoben wird oder Du bist der Organisator und die Person, die Du gebraucht hast, sagt ab und Du musst den neuen Termin suchen. Krampf.

Sara Menzel-Berger:

Ja, voll. Also das würde mich fertig machen. Ich glaube, mit Unternehmenskontexten könnte ich nur mehr sehr, sehr schwer. Weil ich mir jetzt so ganz selbstbestimmt auch meine, ich sage jetzt einmal, Schlafens-und Aufstehzeiten auch eingeteilt habe.

Also für mich wäre es, glaube ich, ganz schwierig, auch wieder in so ein Wechselmodell einzusteigen. So einmal Vormittagsdienst, einmal Nachmittagsdienst, dann wieder zwei Wochen Vormittagsdienst, wieder Nachmittag.

So was bringt mich komplett durcheinander, weil ich einfach keinen konstanten Rhythmus habe.

Wenn ich weiß, Montag, Dienstag arbeite ich vormittag und Mittwoch bis Freitag am Nachmittag, das ist wieder kein Problem, weil das ist für mich was Voraussehbares.

Aber wenn ich wochenweise zum Beispiel wechseln muss, zwischen eben um 6 Uhr in der Früh aufstehen und dann kann ich wieder quasi erst um 11 Uhr zum Arbeiten anfangen, das ist für mich ein Modell, das ganz, ganz, ganz was für Kraft zieht zum Beispiel.

Heike Fischer:

Ja, und das ist dann auch der Aufruf oder die Bitte an alle, die gerade in der Corporate World [Anmerkung: oder im Mittelstand oder Start-Up] arbeiten.

Das kann ein kleines Unternehmen sein mit fünf Leuten, es kann in einem Team, in einem größeren Konzern sein, mit verschiedenen Teams und Bereichen, auf diese Menschen auch Rücksicht zu nehmen, wenn man sie denn erkennen kann.

Und das ist natürlich auch wieder der Punkt, dass sich Menschen überhaupt trauen zu sagen: „Hey, mir fällt das schwer und es ist keine Schwäche, sondern es ist einfach so,  das gehört zu mir dazu."

Und in einem Teamklima, in dem man genau das sagen kann, hast Du eine hohe psychologische Sicherheit und das ist enorm wichtig. 

Und toll, wenn es das schon gibt.

Und wenn es das noch nicht gibt, wo man sich so öffnen kann und sagen kann: „Hey, mir fällt das schwer”, dann ist das auch eine gute Gelegenheit, diese Themen anzusprechen und zu gucken, woran liegt das, dass man sich selbst noch nicht traut, das im Team anzusprechen.

Das hat immer was mit einem selber zu tun, dass man noch nicht so weit ist. Und natürlich auch mit dem Umfeld, auf das man nur bedingt Einfluss hat. Und da braucht es eine hohe innere Stabilität.

11. Vom Imposter und Underachiever

Heike Fischer:

Wir kommen zum Abschluss.

Ihr seht, wenn ihr selbständig seid, auch in dem Sinne eine herzliche Empfehlung an Sara. 

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Ihr habt euch jetzt einen Eindruck machen können.

Es ist zum einen spannend, wie so Dein Werdegang ist, sich da raus zu entwickeln, was Du heute machst, welche Expertise oder wie Du Deine Expertise nutzt. Und dafür ist es einfach wichtig, den Imposter (Hochstablergefühl) wirklich zu überwinden. 

Manche sind auch im Underachievement (Minderleitung), trauen sich nichts zu, obwohl ihr Potenzial dafür in der Lage ist und es ist einfach wichtig, den Selbstwert und die innere Stabilität und den Glauben an sich selbst zurückzugewinnen. Das ist das A und O. 

Wer sich da drin erkannt hat, dann nehmt gerne auch Kontakt zu mir auf. Das ist mein Werbeblock: Denn genau das ist mir immer das Anliegen. Ich habe auch meine Mittel und Wege. Ich habe mich selber auch aus einem Underachievement herausentwickelt. 

Ich weiß, wo ich herkomme und wie es ist, in eine, durch Selbstkenntnis, auch in diese Verbundenheit und in die Ausstrahlung zu kommen, heute zum Beispiel auch diesen YouTube-Kanal zu moderieren oder auch den Podcast, den es auch gleichzeitig sozusagen dazu gibt.

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Und Active Campaign? Ja, ich finde es spannend. Damit bleibst Du auf jeden Fall bei mir im Hintergedanken, wenn es dann weitergeht. 

Genau, das war der zweite Punkt, den ich noch aufgreifen wollte. 

Ihr seht, jeder ist unterschiedlich, auch mit Hochsensibilität, Hochbegabung, Autismus-Spektrum. Jeder hat so seine eigenen Präferenzen.

Und während die einen z. B. in Studien voll aufgehen, die anderen, wenn sie eine Studie lesen, das als „Gute Nacht Lektüre, zum Einschlafen benutzen könnten, weil sie da überhaupt aussteigen. Und so ist es eben auch in diesen [Anspruchs]Sprüngen und unterschiedlichen `Was mag ich?`

  • Der eine steigt bei der Technik auf einem gewissen Level aus.
  • Der nächste geht noch ein Stück weiter.
  • Und der nächste fängt erst da oben an, wo die Mehrheit schon ausgestiegen ist.

Bonus-Frage (nur hier im Blog):
Welche Fähigkeiten oder Bedürfnissen, kommt durch Asperger und weniger durch Hochbegabung?

Meine Wiederholungen, mein Struktur-Bedürfnis, mein Homeoffice, die Reise-Unlust. 😅

Das sind alles Bedürfnisse, die vom Asperger-Aspekt her kommen.

Also ganz konkret: Bei Musik beispielsweise macht mich nichts unrunder/aggressiver, wenn eine Playlist im Shuffle-Mode gemacht wird... Ich höre auch liebend gern einen Song den ganzen Tag lang, wo alle anderen Leute schon komplett wuselig werden, weil der Song jetzt schon wieder kommt... Mir gibt das Sicherheit.

Also die ganzen Rahmenbedingungs-Sicherheits-Aspekte kommen stark aus dem Asperger-Thema heraus.

Wie ist es bei Dir?

Und jetzt zu Dir:

Wie hast Du Deinen (Arbeits-)Alltag gestaltet, um neurodivergent arbeiten zu können?

Teile Deinen Alltag und Deine Erfahrungen gerne im Kommentar.

 

Heike

Entfalte Dich wie Lady Di - Selbstbewusst. Souverän. Strahlend.

15 Lieblingsverhalten, die Deine Mitmenschen missverstehen - 

In welchen wirst Du missverstanden?

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